Nr. 137/99

KOMBITHERME ODER WÄRMEZENTRUM:
Warmes Wasser und warme Räume
Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Heiztechnologien mit Erdgas haben immer perfektere Geräte hervorgebracht, die dennoch Energie sparen. Denn seit dem „guten, alten“ Durchlauferhitzer hat sich eine Menge verändert.

Die sogenannten Kombithermen sind in Wien die am meisten verwendeten Gasgeräte zur Wohnungsbeheizung, die auch gleichzeitig warmes Wasser bereiten können. Sie arbeiten nach dem Prinzip der schon Jahrzehnte verwendeten Durchlauferhitzer und eignen sich für Wohnungen bis 200 m2, die zwei bis drei Stellen haben, an denen Warmwasser gebraucht wird (z. B. Küche, Bad und WC).

Die Kombitherme ist für die meisten Wohnungen die wirtschaftlichste Form der Warmwasserversorgung und zeichnet sich auch durch geringen Platzbedarf aus.


Warmwasser sofort und unbegrenzt
In einem Wärmetauscher wird das zugeführte Kaltwasser erhitzt, während es durch das Gerät läuft. Dadurch steht sofort und unbegrenzt lang warmes Wasser zur Verfügung.

Leistungsstufen wie bei Durchlauferhitzern gibt es auch bei Kombithermen. Es werden Geräte mit 8 kW (= 5 Liter), 18 kW (= 10 Liter) und 24 kW (= 13 Liter) angeboten. Einziger Nachteil dieser Geräte ist, daß diese – um die geforderte Warmwasserleistung zu erbringen – eine viel zu hohe Heizleistung für die durchschnittliche Wiener Wohnung mit 60 bis 80 m2 haben. Dies bedeutet, daß die beim Heizen oft bis unter die Hälfte ihrer Leistung gedrosselten Geräte meist nicht den höchsten erzielbaren Wirkungsgrad im Heizbetrieb erreichen.


Energieeffizienz im Wärmezentrum
Das sogenannte „Wärmezentrum“ ist eine Kombination aus einer reinen Heiztherme und einem Warmwasserboiler mit 90 bis 120 Litern Inhalt. Dadurch ist es möglich, das Gerät eher der geforderten geringen Heizleistung einer Wohnung anzupassen und den Gasverbrauch zu reduzieren.

Im Kreislauf wird das Heizwasser im Heizgerät aufgeheizt und über ein Ventil der Heizung oder dem als Doppelmantelboiler ausgeführten Speicher zur Erwärmung des Wassers, das zum Waschen gebraucht wird, zugeführt. Die Boileraufheizung ist über eine Vorrangschaltung geregelt. Erst wenn das Wasser im Boiler ausreichend aufgewärmt ist, wird das Heizsystem wieder mit Energie versorgt.

Vorteil bei diesem System ist, daß der volle Wasserdruck am Entnahmehahn zur Verfügung steht und auch zwei weitere Wasserhähne gleichzeitig in Betrieb sein können, ohne daß die Wassertemperatur absinkt. Wenn der Boilerinhalt verbraucht ist, muß allerdings dann etwa 30 Minuten gewartet werden, ehe wieder Warmwasser mit ausreichender Temperatur zur Verfügung steht.

Ein weiterer Nachteil ist, daß das erwärmte Wasser im Boiler langsam wieder abkühlt und zur Haltung der Temperatur speziell im Sommerbetrieb etwas mehr Energie als beim Durchlaufprinzip verbraucht wird.

Bei beengten Wohnverhältnissen wirkt sich leider auch noch der erhöhte Platzbedarf negativ aus. Etwa das Volumen einer Kühl-Gefrierkombination muß zur Verfügung gestellt werden.

Wesentlicher Vorteil dieser Anordnung ist jedoch, daß die Heizleistung für die Wohnung optimiert werden kann und die Warmwasserleistung durch das Speichersystem dennoch hervorragend ist.

UNSER TIP
Die Warmwassertemperatur läßt sich individuell regeln, sollte aber 60° C nicht übersteigen, um einer Verkalkung des Gerätes vorzubeugen. 1 mm Kalkbelag bedeutet 6 Prozent mehr Energieaufwand.