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30
JAHRE U-BAHN-BAU IN WIEN:
1969
fing alles an
Anfang
November 1969 war der Baubeginn für die Wiener U-Bahn. Doch von der
ersten U-Bahn-Idee bis zu dem Zeitpunkt, als am Karlsplatz die ersten
Baumaschinen auffuhren, vergingen mehr als 100 Jahre.

Ein Bild von den Anfängen des Wiener U-Bahn-Baues: der Karlsplatz
im Mai 1970 Bereits
1858 hatte der Stadtplaner Ludwig Zettl vorgeschlagen, den Stadtgraben
nicht zuzuschütten, sondern ein Gewölbe darüber zu errichten
und darin eine Pferdebahn auf Schienen anzulegen, die rings um die Stadt
fahren sollte. Die Tunnel sollten eine Verbindung zwischen dem Zentralbahnhof
und den Markthallen schaffen, mit Gaslicht beleuchtet werden und auch
gleich als Lebensmittelmagazine dienen.
1883 sah ein Projekt der Firma Siemens und Halske eine Kleinprofilbahn
vor. Der Bau scheiterte an der Sorge des Magistrats, das innerstädtische
Geschäftsleben könne dadurch beeinträchtigt werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Wiederaufbau im Vordergrund, doch
mit zunehmendem Wohlstand und der damit verbundenen Motorisierung wurde
das Thema U-Bahn wieder aktuell. Nach jahrelangen Vorarbeiten
und eingehenden Diskussionen beschloss der Wiener Gemeinderat am 17. November
1966 den Bau eines U-Bahn-Netzes.

30
Kilometer in 13 Jahren
In der ersten Ausbauphase waren U1 (Reumannplatz bis Praterstern), U2
(Karlsplatz bis Schottenring, zum Teil auf der Trasse der Unterpflasterstraßenbahn
unter der Zweierlinie) und U4 (als Umgestaltung der Stadtbahnstrecke
zwischen Heiligenstadt und Hütteldorf) an der Reihe. Die Bauarbeiten
starteten im November 1969 am Karlsplatz.
Bedingt durch den Einsturz der Reichsbrücke (1. August 1976) konnten
die Arbeiten an der ursprünglich für später vorgesehenen
U1-Verlängerung nach Kagran vorgezogen werden, und am 3. September
1982 standen den Fahrgästen bereits 30 Kilometer U-Bahn mit 39 Stationen
zur Verfügung. 
Tolle
Verbindungen durch U3 und U6
U3 und U6 waren dann in der zweiten Ausbauphase an der Reihe. Basierte
die U6 zum Teil auf der Stadtbahn-Gürtellinie, so war die U3, so
wie vorher auch die U1, eine komplett neue U-Bahn-Strecke. Die U6 wurde
in den Jahren 1989 bis 1996 Stück für Stück fertiggestellt
und verbindet nun Siebenhirten mit Floridsdorf, der U3 (Ottakring
Simmering) fehlen nur noch die restlichen vier Stationen nach Simmering.
Diese werden bereits im kommenden Jahr, am 2. Dezember 2000, eröffnet. 
U3
Simmering: Bauarbeiten voll im Zeitplan
Bis am 2. Dezember 2000 die Verlängerungsstrecke der U3 nach Simmering
in Betrieb gehen wird, ist noch viel Arbeit unter der Erde zu leisten.
Die Tunnel sind weitestgehend fertig, auch viele Gleise sind bereits verlegt.
Die Innenausgestaltung der Stationen und Tunnelstrecken läuft auf
Hochtouren, Rolltreppen wurden bereits eingebaut, darunter in der Station
Zippererstraße die längsten im gesamten U-Bahn-Netz.
Der Garagenbau bei der Station Enkplatz beginnt dieser Tage, Bauherr ist
die Stadtwerketochter STPM. 201 Stellplätze werden rechtzeitig zur
U-Bahn-Eröffnung zur Verfügung stehen.
Wie bei allen anderen U-Bahn-Strecken ist auch hier ein enormer Modernisierungsschub
für die Gebiete entlang der neuen Strecke eingeleitet worden. Die
Simmeringer Hauptstraße hat eine Verschönerungskur
erfahren, neue Bauten sind entstanden, und in die Gasometer zieht neues
urbanes Leben ein. An der Endstelle wird ein völlig neuer Stadtteil
mit einem Hochhaus entstehen. 
Ende
2001: Baubeginn für KagranLeopoldau
Nachdem die Stadtplanung die sogenannte generelle Planung
abgeschlossen hat, bereiten nun die Wiener Linien alles für die Bauarbeiten
vor. Der Baubeginn für die 4,6 Kilometer lange Verlängerungsstrecke
wird voraussichtlich Ende 2001 sein. Bis dahin müssen die Detailplanungen
und alle anderen Vorarbeiten wie etwa geologische und statische Untersuchungen
vorgenommen, ein Bürgerbeteiligungs- und Baugenehmigungsverfahren
abgewickelt und mittels europaweiter Ausschreibung jene Firmen gesucht
werden, die dann mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt werden.
2006 könnte dann, wenn alles nach Plan läuft, die Verlängerungsstrecke
mit den neuen Stationen Kagraner Platz, Rennbahnweg, Aderklaaer Straße,
Großfeldsiedlung und Leopoldau in Betrieb gehen.
U2:
Umbau der alten Strecke demnächst
Über die 9 Kilometer lange U2-Verlängerung zur Aspernstraße
haben wir in der letzten Ausgabe ausführlich berichtet, ebenso wie
über die nötigen Erweiterungsarbeiten an der alten
U2. Bereits ab dem kommenden Jahr wird an der Verlängerung der Bahnsteige
und den Modernisierungsarbeiten an Stellwerks- und Leiteinrichtungen gearbeitet.
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