Nr. 143/2000

EINE NEUE ÄRA BEGINNT:
Start der 3. Ausbauphase der Wiener U-Bahn
Der 12. April 2000 wird als historisches Datum in die Wiener U-Bahn-Geschichte eingehen. An diesem Tag nahm Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer gemeinsam mit Planungsstadtrat Dr. Bernhard Görg den Spatenstich für die 3. Ausbauphase der Wiener U-Bahn vor.

Zweierlinie, gleich neben dem Kunsthistorischen Museum. Das 21,5 Meter hohe Bohrpfahlgerät gräbt sich 20 Meter tief in die Erde. Und das wieder und wieder, bis sechs Bohrlöcher pro Tag ausgehoben sind. Gilt es doch, zwischen Babenbergerstraße und Rathaus insgesamt mehr als 200 Bohrlöcher mit einem Durchmesser von jeweils 90 cm auszuheben und mit Stahlbeton auszugießen. Die so entstandenen Bohrpfähle werden die statische Basis für die Verlängerung der U2-Bahnsteige schaffen, die erste Etappe des weiteren Ausbaues des U-Bahn-Netzes.


Stadträtin Mag. Brigitte Ederer, flankiert von Stadtwerke-„General“ Dr. Karl Skyba und Wiener-Linien-Direktor Dipl.-Ing. Günther Grois, stellt den U-Bahn-Zug der Zukunft vor.

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Ausbau der bestehenden U2-Strecke von 2000 bis 2002. Anschließend Weiterbau unter dem Donaukanal beim Schottenring durch zur Taborstraße, zum Praterstern und über das Messegelände bis zum Stadion. Eröffnung: 2007. Ein Jahr später Eröffnung der Verlängerung über die Donaustadtbrücke in den 22. Bezirk zur Aspernstraße. Parallel dazu erfolgt der Ausbau der U1 Richtung Norden. Die Eröffnung der Strecke Kagran–Leopoldau ist für 2006 terminisiert.

Bauherr sind die Wiener Linien. „Glück auf!“ wünscht unsere Redaktion.


Nicht nur der U-Bahn-Ausbau geht weiter, auch die Silberpfeile werden weiter entwickelt. Hier ein erster Blick in die Zukunft: das Interieur des Prototyps der neuen Fahrzeuggeneration. Der Innenraum ist nicht nur farbenfroher, er ist auch komplett durchgängig. Noch heuer oder spätestens Anfang 2001 wird der Prototyp mit Fahrgästen getestet.

U2-Umbau bei laufendem Betrieb
Kaum Probleme für Fahrgäste, aber Autofahrer sollten den Bereich der „Zweierlinie“ in den nächsten Monaten meiden.
Der Ausbau der alten U2-Strecke – als Vorleistung auf die künftige Verlängerung zum Stadion und weiter in den 22. Bezirk – geht in die erste Intensivphase. Dennoch steht die U2 den Fahrgästen uneingeschränkt zur Verfügung. „Eng“ wird es allerdings heuer im Sommer für den Autoverkehr. Engstellen auf der „Zweierlinie“, Zick-Zack-Fahren, Abbiegeverbote und lokale Umleitungen stehen bevor, Staus werden kaum zu vermeiden sein. Heißer Tipp für Autofahrer: Steigen Sie besser auf die U2 um!