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STILVOLLER
RAHMEN FÜR TRAUERFEIERN:
Jugendstilkirche
auf dem Zentralfriedhof in neuem Glanz
Eines der bedeutendsten
Jugendstilbauwerke Wiens wurde nun nach fünfjähriger Generalsanierung
wieder eröffnet. Die architektonisch bedeutende Friedhofskirche auf
dem Zentralfriedhof, ein Werk des Architekten Max Hegele, ist seit Ende
Oktober wieder öffentlich zugänglich und steht auch auf Wunsch
für Trauerfeiern zur Verfügung.

Max
Hegele zu Unrecht im Schatten Otto Wagners
So wie die historische
Bedeutung des Jugendstil-Architekten Max Hegele angesichts der Dominanz
Otto Wagners auch in Fachkreisen noch immer unterschätzt wird, so
steht auch die Friedhofskirche auf dem Zentralfriedhof im Schatten der
weitaus bekannteren Kirche am Steinhof, die zwar später geplant,
aber früher gebaut wurde als Hegeles Zentralfriedhofskirche.
Max Hegele, damals 27 Jahre alt, hatte 1899 den Wettbewerb gewonnen, der
das Eingangsportal (Tor 2), zwei Aufbahrungshallen und die Friedhofskirche
umfasste. Doch bis zur Errichtung der Kirche dauerte es noch fast ein
Jahrzehnt. Erst nach der Errichtung des Haupttores und der Aufbahrungshallen
auf dem Zentralfriedhof konnte Hegele dann im Jahre 1908 endlich mit dem
Bau der Kirche beginnen, die mit ihrer 60 Meter hohen Kuppel zu einem
Wahrzeichen des Zentralfriedhofes geworden ist.

Mit
Generalsanierung beginnt neue Ära
Mit der von der Stadt
Wien Mitte der neunziger Jahre beschlossenen und nun beendeten Generalsanierung
beginnt nun eine neue Ära für die Friedhofskirche, die zwar
das Grabmal des populären Jahrhundertwende-Bürgermeisters Dr.
Karl Lueger beherbergt, aber da sie dem Hl. Karl Borromäus
geweiht ist den Namen Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus
trägt. Sie ist nun nicht nur baulich saniert und mit allem Komfort
wie einer neuen Heizung und einem Aufzug ausgestattet, sie wurde darüber
hinaus von Architekt und Denkmalpfleger Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Manfred
Wehdorn und seinem Team nach Originalplänen bis ins kleinste Detail
umfassend restauriert. Glanzstück dieser Arbeit ist zweifellos die
Wiederherstellung der im Krieg schwer beschädigten und nach dem Krieg
nur provisorisch übermalten Innenkuppel mit einem Sternenhimmel aus
Blattgold auf nachtblauem Hintergrund. 22.000 Goldglas-Elemente wurden
zu diesem Zweck händisch angebracht.

Es ist zu hoffen, dass nun der Kirche endlich jene Anerkennung und Beachtung
zukommt, die ihr zusteht, zumal die reiche Ausstattung fast vollständig
erhalten ist. Sie stammt von Jahrhundertwende-Künstlern wie Josef
Breitner, Theodor Charlemont, Leopold Forstner (er gestaltete die beeindruckenden
Glasfenster und Mosaike), Arthur Kaan und vielen anderen.
Selbstverständlich kann die Friedhofskirche nun auch wieder ihrem
eigentlichen Zweck dienen, nämlich Aufbahrungen und Trauerfeiern
sowie Seelenmessen. Dabei steht sie nicht nur für katholische Begräbnisse,
sondern im Sinne der Ökumene auch für Trauerfeiern
für Angehörige aller anderen christlichen Religionen offen.
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