Nr. 148/2000

HALBMARATHON MIT ÖSTERREICHS BESTER LÄUFERIN:
Dagmar Rabensteiner: „Freude am Laufen bewahrt“
Wenn am Sonntag nach Ostern, am 22. April, der „2. WIEN ENERGIE-Halbmarathon“ beim Donauzentrum startet, dann wird auch Österreichs beste Marathonläuferin mit am Start stehen: Dr. Dagmar Rabensteiner.


Die 37-jährige Internistin ist zwar schon als Kind spielerisch stundenlang über die Almen oberhalb von Innsbruck gelaufen, aber erst vor acht Jahren trat sie erstmals beim Vienna City Marathon an und lief die magische Distanz in 3 Stunden 28 Minuten.

Zwar fand sie die vielen Menschen bei dieser Veranstaltung eher irritierend, denn Laufen war bisher für sie ein sehr persönliches Erlebnis gewesen, das sie lieber auf einsamen Wegen durch den Wienerwald genoss. Doch das außergewöhnliche Erlebnis eines Marathons hat sie nicht mehr losgelassen.

Dagmar Rabensteiner: „Zum Laufen habe ich fast eine Liebesbeziehung. Es hat mich nicht mehr losgelassen, und ich habe die Möglichkeiten gespürt, die in mir stecken.“

Österreichischen Rekord in Amsterdam erreicht
Die Stationen ihrer Marathon-Karriere führten die in Wien lebende Tirolerin über Florenz und Venedig (wo sie bereits jeweils 2 Stunden 55 Minuten lief), Graz, Valencia und Rotterdam nach Amsterdam. Dort wurde sie im Oktober 2000 Dritte und lief mit 2 Stunden 35 Minuten und 42 Sekunden österreichischen Rekord. Seit 1999 trainiert sie professionell, so etwa vor kurzem fünfeinhalb Wochen lang in Kenia, wo Klima und Landschaft ein optimales Höhentraining ermöglichen.

Heuer gewann sie bereits den Halbmarathon in Bad Füssing in Bayern mit 1 Stunde 15 Minuten und 42 Sekunden und hatte dabei gleich 8 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte. Den österreichischen Staatsmeistertitel im Halbmarathon hatte sie bereits im Herbst 2000, nur eine Woche nach ihrem Amsterdamer Rekord, in Salzburg gewonnen.
Auch den österreichischen Staatsmeistertitel im Marathon konnte sie bereits erobern, und zwar beim Wien-Marathon 2000, den sie in zwei Stunden und 39 Minuten lief.

Dagmar Rabensteiner ist die Mutter eines 17-jährigen Sohnes, der ihre Laufbegeisterung teilt und auch gemeinsam mit ihr trainiert: „Wichtig ist für mich bei all diesen Erfolgen, dass ich mir die Freude am Laufen bewahrt habe.“


Expertin für Sportmedizin
Auch in ihrem eigentlichen beruflichen Metier, der Medizin, setzt sich Dr. Dagmar Rabensteiner, Assistenzärztin für Innere Medizin, mit dem Laufen auseinander. Ihr Spezialgebiet ist die wissenschaftliche Erforschung des Zusammenhanges von Stoffwechselerkrankungen und Ausdauersport. Dabei lässt sich empirisch nachweisen, dass bei vielen Patienten mit Diabetes mellitus, arteriellem Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und erhöhten Harnsäurewerten (als Krankheitsbild „metabolisches Syndrom“ genannt) gezielte Bewegungstherapie in Form von Ausdauertraining sehr hilfreich sein und sogar medikamentöse Behandlungen – zumindest teilweise – ersetzen, in den meisten Fällen aber ergänzen kann.

Dr. Rabensteiner hat auch schon in Fachmedien publiziert und hält Vorträge bei Sportärztetagungen. „Falsch eingesetzte Bewegungstherapie kann für Patienten schädlich sein. Das Ausdauertraining als Therapie richtig einzusetzen muss daher auch von den Ärzten erst ,gelernt’ werden.“

In Seminaren gibt sie ihr Wissen nicht nur an ihre Berufskollegen, sondern an alle Interessierten weiter, an Hobby- und Leistungssportler ebenso wie an Patienten. Hauptzielgruppe sind vor allem Menschen mit Übergewicht. Im Herbst dieses Jahres wird sie außerdem eine eigene Praxis als internistische Sportärztin in Wien eröffnen.

Infos: www.halbmarathon.at