Nr. 148/2000

INTERNATIONALE AUSZEICHNUNGEN:
Auch öffentliche Verkehrsmittel müssen Kunden umwerben
Als eines der ersten städtischen Nahverkehrsunternehmen weltweit begannen die WIENER LINIEN schon 1992, Marketing und Werbung gezielt einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt war das ganz und gar nicht selbstverständlich. Bis dahin galt nämlich, dass Benützer von U-Bahn, Straßenbahn und Bus ohnehin auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seien. Wozu also noch Geld für Werbung ausgeben?



Bundesminister Mag. Wilhelm Molterer überreicht
Dr. Michael Lichtenegger (links) als Vertreter
der WIENER LINIEN einen „Best Practice Award der OECD“.

Marketing und Werbung übernehmen Schlüsselfunktionen
Heute wissen die Marketingexperten der Wiener Linien genau, welche Wirkung Werbemaßnahmen für den Geschäftserfolg erzielen können. Dr. Michael Lichtenegger, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, interpretiert die Ergebnisse der Marktforschung folgendermaßen: „Bei fast 50 Prozent aller Autofahrten wird nur deshalb nicht auf das Angebot der Wiener Linien zurückgegriffen, weil Informationsmangel, Einstellung und Bewusstsein dagegen sprechen. Die ,Mängel‘ bestehen in diesem Fall also nicht im Angebot der Wiener Linien, sondern im Kopf des Kunden. Ein Umsteigen vom Auto auf U-Bahn, Straßenbahn und Autobus wäre also jederzeit möglich, wenn der potenzielle Fahrgast durch geeignete Maßnahmen der Information, Kommunikation und Motivation erreicht werden kann. Genau hier setzt unsere Werbung an.“

Werbeerfolge sind messbar
Ob die Werbung ihre geplante Wirkung auch tatsächlich erzielt, lässt sich übrigens sehr gut messen. Die meisten Werbekampagnen der Wiener Linien konnten ausgezeichnete Messwerte erzielen. Zum Teil sogar so gute Werte, wie sie üblicherweise nur von Werbekampagnen für Damenunterwäsche, große Modemarken oder die allergrößten Getränkehersteller der Welt erzielt werden. Der beste Gradmesser für den Erfolg sind jedoch die Fahrgastzahlen. Und hier fahren die Wiener Linien von Jahr zu Jahr Rekorde ein. Allein von 1999 bis 2000 wurden 13,5 Millionen zusätzliche Fahrten pro Jahr mit den Wiener Linien gemacht, die nun mit 724,9 Millionen Fahrten im Jahr 2000 ihren Marktanteil gegenüber dem Auto eindrucksvoll weiter ausgebaut haben.



Werbung, die internationale Beachtung findet



Internationale Anerkennung

Bald wurde man auch im Ausland auf die Werbeerfolge der Wiener Linien aufmerksam. Zahlreiche Einladungen zu internationalen Tagungen und Konferenzen von Verkehrsexperten waren die Folge. Vorträge über die Werbestrategien, die Werbekampagnen und deren messbare Erfolge wurden bei Konferenzen und Tagungen in vielen europäischen Ländern mit Anerkennung und Beifall aufgenommen.

Besonders stolz sind die Wiener Linien auf drei ganz tolle internationale Preise der Werbebranche. Schon 1996 gewann der Kino-Spot zur damaligen NightLine-Kampagne einen international renommierten Preis in den USA, den so genannten „Telly Award“. Im Jänner 1999 konnte die aktuelle Werbekampagne die Bronzemedaille bei den „New York Festivals“ erringen. Das ist nach der in Europa allgemein bekannten „Cannes-Rolle“ der angesehenste Werbepreis der Welt. Und kurz vor Weihnachten wurde die aktuelle Werbekampagne der Wiener Linien beim internationalen Wettbewerb der OECD „est!“ mit dem 1. Preis in der Kategorie „Kommunikation und Bewusstseinsbildung“ im öffentlichen Verkehr ausgezeichnet.

Dr. Michael Lichtenegger zum Stellenwert dieser Preise für ihn und sein Team: „Das Wichtigste ist für uns die weitere Steigerung des Marktanteiles der Wiener Linien. Denn das ist unser eigentlicher Auftrag, und davon profitieren die ganze Stadt und alle Wienerinnen und Wiener. Preise und Auszeichnungen bestätigen uns aber, dass die Wiener Linien hier auf dem richtigen Weg sind.“



Der begehrte „Telly Award“ für den NightLine-Film