Nr. 148/2000

ANITA RIEDER NAHM TUNNELANSTICH VOR:
Bergleute unter dem Karlsplatz
Unter dem Karlsplatz wird in den nächsten Monaten ein U-Bahn-Tunnel entstehen. Bergleute graben sich vom Musikverein aus neben dem Wienfluss bis unter den Schwarzenbergplatz voran. Die Patenschaft für diesen Tunnel übernahm Anita Rieder, die Gattin von Wirtschaftsstadtrat Dr. Sepp Rieder.


Der neue, mehr als 100 Meter lange U-Bahn-Tunnel im Herzen Wiens, der nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode hergestellt wird, wird ab 2002 eine Wendeanlage und ein zusätzliches Abstellgleis für die Silberpfeile beherbergen.

Der Bau dieser Wendeanlage ist eine wichtige Etappe des U2-Ausbaues, da sie erst die Voraussetzung dafür schafft, dass auch die U2 mit längeren Zügen und auch in dichteren Intervallen als die derzeitigen fünf Minuten unterwegs sein kann.

Von der UStrab zur hochleistungsfähigen Verkehrsachse
Historisch gesehen ist die U2 aus der Trasse für Wiens erste „Unterpflaster-Straßenbahn“ (Ustrab) entstanden, durch die zwischen Secession und Landesgerichtsstraße von 1966 bis 1980 die Straßenbahnlinien E2, G2 und H2 fuhren, um dem immer dichter werdenden Autoverkehr mehr Platz an der Oberfläche zu machen.

Am 30. August 1980 fand die Eröffnung der zur U2 ausgebauten Ustrab statt, die an ihren beiden Endstellen Karlsplatz und Schottenring mit dem übrigen U-Bahn-Netz verknüpft wurde.

Nun wird Wiens kürzeste U-Bahn-Linie, die auch als einzige mit nur 74 m langen U-Bahn-Zügen (statt der 110 m langen Silberpfeile, die auf den Linien U1, U3 und U4 fahren) unterwegs ist, zur hochleistungsfähigen Verkehrsachse ausgebaut, die ab 2007 den 2. Bezirk bis zum Stadion und ab 2008 über die Donau auch den 22. Bezirk erschließen wird.

Im Zuge des U2-Ausbaues wird seit einem Jahr als erster Schritt die Strecke zwischen Karlsplatz und Schottenring ausgebaut, um den künftigen Fahrgastandrang bewältigen zu können. Dazu gehören, neben mehr Aufgängen und zusätzlichen Aufzugsanlagen, vor allem auch längere Bahnsteige, die es ermöglichen, auch auf der U2 die auf den anderen U-Bahn-Linien üblichen 110 m langen Zugsgarnituren einzusetzen, die mehr Fahrgästen Platz bieten.

Tunnelanstich für „Anita-Stollen“
Für das Tunnelbauwerk zwischen Musikvereinsgebäude und Schwarzenbergplatz nahm Anita Rieder, die Gattin des Wiener Wirtschaftsstadtrates Dr. Sepp Rieder, am Aschermittwoch den Tunnelanstich mit dem Tunnelbagger vor. Einer alten bergmännischen Tradition entsprechend, fungiert Anita Rieder für dieses Bauwerk als „Tunnelpatin“.



Die Tunnelpatin gehört mit zum Team.



Dr. Sepp Rieder wünscht „Glück auf“.



Bauherr Direktor Dipl.-Ing. Günther Grois



Ökumenische Segnung für das Bauwerk



Tunnelanstichfeiern haben Tradition.