|
GASMARKTÖFFNUNG
AM 1. OKTOBER 2002:
Drum
prüfe ...
Ab dem 1. Oktober
2002 wird jeder Haushalt seinen Erdgaslieferanten frei wählen können.
Die Spielregeln für den liberalisierten Erdgasmarkt werden heute
in einer Novelle zum Gaswirtschaftsgesetz neu geregelt. Diese Novellierung
ist derzeit noch im Entwurf.
Was der Konsument zukünftig darf
Er kann seinen
Erdgaslieferanten frei wählen.
Hat er sich entschieden, so sagt ihm sein neuer Vertragspartner
der Erdgaslieferant seiner Wahl , wann das neue Vertragsverhältnis
beginnen kann.
Was
der Konsument nicht kann
Er kann den
Erdgasnetzbetreiber nicht wechseln.
Er kann nur Erdgas in üblicher Qualität kaufen, nicht
jedoch Biogas oder anderes Gas.

Wie
der Konsument seinen Erdgaslieferanten wählt
Die Gas-Control GmbH
wird in Zukunft Preisvergleiche für die reine Energie Erdgas erstellen.
Dabei ist zu prüfen, ob diese Preise nur den reinen Arbeitspreis
oder auch Grundpreis und vergleichbare Leistungen beinhalten.
Der Arbeitspreis ist der Preis für den tatsächlichen Verbrauch
in Kubikmeter (m3) oder Kilowattstunden (kWh) plus der Energieabgabe pro
verbrauchter Einheit, plus 20 % Umsatzsteuer. Es kann aber auch ein Grundpreis
gefordert werden, der monatlich oder jährlich zu zahlen ist und Kosten
der allgemeinen Verwaltung enthält.
Sicher ist, dass es so genannte Multy-utility-Anbieter geben wird, die
zwei oder mehrere Energien Strom, Erdgas, Fernwärme
in Paketen verkaufen werden. Hier ist ein Vergleich schwierig. Darüber
hinaus wird es Angebote geben, die über die reine Energie hinaus
viele Dienstleistungen enthalten können. Der Konsument kann sich
aber auch vom Lieferanten ein detailliertes Angebot, basierend auf dem
Vorjahresverbrauch, erstellen lassen.
Was der Konsument tun muss, wenn er den Lieferanten wechselt
Wenn der Konsument
den Erdgaslieferanten wechselt, muss er über diesen Umstand seinen
Erdgasnetzbetreiber verständigen. In Wien ist das die WIENGAS GmbH.
Um den Konsumenten den Weg zu einem neuen Erdgaslieferanten zu erleichtern,
sieht der Entwurf der Novelle zum Gaswirtschaftsgesetz vor, dass der Erdgaslieferant
diese Meldung an den Erdgasnetzbetreiber durchführt.
Die Arten von Erdgaslieferanten
Zukünftig
wird es Erdgashändler geben, die nur die Aufnahme des Erdgashandels
bekannt geben müssen. Sie kaufen Erdgas an Börsen ein oder bedienen
sich der Restmengen aus langjährigen Lieferverträgen der alten
Erdgaslieferanten.
Die bisherigen Erdgaslieferanten werden weiterhin Erdgas liefern.
Sie sind ja an langjährige Lieferverträge gebunden.
Zusammenschlüsse der bisherigen Erdgaslieferanten werden unter
neuen Namen Erdgas verkaufen.
Wie im Stromgeschäft wird es auch bei Erdgas eine Börse
geben, die einerseits mit Restmengen handelt, andererseits Förderungen
aus derzeit noch unbekannten Quellen an- und verkauft. Hier könnte
die Herkunft nur schwer bestimmbar sein.
Erdgashändler unterliegen den Bestimmungen eines freien Marktes.
Der Händler kann ohne Nachweis seiner Fähigkeiten sein Geschäft
eröffnen. Ob er sich am freien Markt behauptet oder nicht, liegt
an Angebot, Nachfrage, Preis und betriebswirtschaftlichem Können.
Das Risiko für den Händler ist nicht größer als bei
anderen Unternehmen. Für den Konsumenten liegt das Risiko vor allem
in der Frage, ob der Händler auch langfristig Erdgas liefert.

Hochsaison für
Vertreter, die WIENGAS-Kunden abwerben wollen?
Auf
der sicheren Seite
Ein liberalisierter
Markt bedeutet nicht, dass man seinen bisherigen Lieferanten wechseln
muss. Ist man mit ihm zufrieden, wird er auch weiterhin bemüht sein,
seine Kunden gut zu betreuen. Die Preisunterschiede bei Energieanbietern
werden auch in Zukunft nicht so toll ausfallen.
Preisgestaltung
Der Erdgaspreis richtet
sich nach den Preisen verschiedener Erdölprodukte. Diese Preise stehen
in engem Zusammenhang mit dem Rohölpreis, der als Brent-Preis
in US-Dollar in den Zeitungen bekannt gegeben wird.
Dieser Preis ist auf Euro umzurechnen. Der Umrechnungskurs von US-Dollar
auf Euro wird ebenfalls in den Tageszeitungen bekannt gegeben und schwankt
täglich. Daher ist der Erdgaspreis hoch, wenn der Brentpreis hoch
ist, und noch höher, wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar fällt.
Die Auswirkungen auf den Erdgaspreis zeigen sich allerdings zeitverschoben.
Mit etwa drei bis sechs Monate Verzögerung wirken sich Änderungen
des Brentpreises und des Umrechnungskurses auf den Erdgaspreis aus.
Daher kann es passieren, dass der Erdgaspreis steigt, obwohl der Ölpreis
gesunken ist oder umgekehrt.
Der Endpreis für Erdgas wird ab 1. Oktober 2002 durch zwei Faktoren
bestimmt. Einerseits gibt es den Energiepreis, der wie zuvor geschildert
schwanken wird, und den Durchleitungspreis, der sich aus veröffentlichten
Tarifen ergibt.
Hinzu kommen die Kosten der neu geschaffenen Regulierungsbehörden,
die üblichen Steuern und Abgaben wie Energieabgabe pro gekauftem
Kubikmeter Erdgas und von dem daraus resultierenden Betrag die 20 % Umsatzsteuer.
WIENGAS wird rechtzeitig zur Marktöffnung in 24 Stunden für
Wien Berechnungsbeispiele und Erklärungen zur Jahresabrechnung
veröffentlichen.
|
|