Nr. 162/2003

EIN ZUKUNFTSWEISENDES SCHUTZPROJEKT:
Regenwald der Österreicher
Gekreische von knallbunt gefiederten Papageien. Schallender Gesang von Brüllaffen. Eine bunte Vielfalt an Geräuschen. Wir befinden uns im Regenwald in Costa Rica. Von 30. Juli bis 26. September zeigt die Ausstellung „Regenwald der Österreicher“ im Haus WIEN ENERGIE Sehens- und Wissenswertes über dieses Paradies in Mittelamerika.

Im Regenwald der Österreicher wachsen auf einem Hektar Wald bis zu 180 verschiedene Baumarten. Zum Vergleich: In ganz Mitteleuropa gibt es nur 50 verschiedene Arten. Der Wald beherbergt etwa 140 Säugetierarten, 100 Arten von Reptilien und Amphibien, 350 Vogel- und viele Tausende Insektenarten. Doch dieses Paradies ist durch Abholzung, Jagd und Goldwäscherei stark bedroht.



Nebel über dem Regenwald der Österreicher

Naturschutz durch Freikauf von Regenwald
Michael Schnitzler, ein Musiker aus Wien, erfuhr vor mehr als zehn Jahren von dieser Bedrohung. Durch die Gründung des Vereins „Regenwald der Österreicher“ wurde er zu einem der Retter dieser Landschaft. Mit Hilfe von Spendengeldern, die zu einem großen Teil aus Österreich kamen, wurden 29 Millionen Quadratmeter Regenwald in den Nationalpark „Piedras Blancas“ integriert und somit vor der Zerstörung gerettet. Aus einer im Jahr 1993 angekauften Wellblechhütte haben Biologen der Universität Wien eine international anerkannte Forschungsstation geschaffen. Am Rande des Waldes wurde ein Camp für Ökotouristen als Arbeitgeber für die lokale Bevölkerung errichtet. Dieses österreichische Schutzprojekt ist in seiner Verbindung von Naturschutz, Wissenschaft und nachhaltiger Entwicklungshilfe einmalig.

Insgesamt stehen heute etwa die Hälfte des 140 Mio. m2 großen Esquinas-Regenwaldes unter Schutz. Große Teile sind aber noch ungeschützt. Jeder kann sich persönlich an der Rettung des Regenwaldes beteiligen: Tel. (01) 470 19 35 oder www.regenwald.at

Farbigkeit als Tarnung: Sein Farbmuster vermischt sich mit den Blüten des Waldes so gut,
dass der Tukan in den Baumwipfeln kaum erkennbar ist.

Dokumentation eines beispielhaften Schutzprojekts
Biologen der Forschungsstation beschreiben in der neuen Ausstellung im Haus WIEN ENERGIE den „Regenwald der Österreicher“. Text- und Bildtafeln bringen den Regenwald nach Wien. Präparate wie das eines Kappennasenvogels oder eines Jakobinerkolibris sind stellvertretend für die Tiervielfalt ausgestellt. Plastische Schaubilder eines Tümpels und eines Baches vermitteln die umfassenden Zusammenhänge des Regenwaldes. Tonaufnahmen von Fröschen, Papageien, Brüllaffen, Tukanen oder von der Morgen- und Abendstimmung geben eine Hörprobe des Lebens im Regenwald. Personen, die bei diesem Schutzprojekt mitwirken, vermitteln mit Vorträgen und Führungen durch die Ausstellung einen sehr persönlichen Eindruck. Filme wie die Universum-Sendung „Regenwald der Österreicher“ runden den Eindruck vom Artenreichtum im Regenwald ab.

„Regenwald der Österreicher“
Ausstellung bis zum 26. September im Haus WIEN ENERGIE. Eintritt frei!

Führungen und Diavorträge
Informationen über Führungen und Diavorträge zur Ausstellung gibt’s im Serviceteil auf Seite 22.

 

Wien 6, Mariahilfer Straße 63
Tel.: (01) 58 200, Fax: (01) 58 200-9580
E-Mail: haus@wienenergie.at
Internet: www.wienenergie.at

Montag bis Mittwoch: 9 bis 18 Uhr
Donnerstag: 9 bis 20 Uhr
Freitag: 9 bis 15 Uhr

Das Haus WIEN ENERGIE ist mit den Linien 13A und 14A und U3 (Station Neubaugasse) erreichbar.