Nr. 162/2003

U1-VERLÄNGERUNG:
U-Bahn-Maulwurf nach 26 Jahren wieder im Einsatz
Erstmals nach mehr als einem Vierteljahrhundert ist beim Bau der U1-Verlängerung nach Leopoldau wieder eine Schildbohrmaschine im Einsatz.



Seit 28. Mai gräbt sich der U-Bahn-Maulwurf durch den Untergrund.

Am 26. Mai 1977 wurde mit Fertigstellung des U1-Streckentunnels zwischen Schwedenplatz und Nestroyplatz die bewährte Tunnelvortriebsmaschine, der so genannte „Wiener Maulwurf“, eingemottet. Ab diesem Zeitpunkt kam beim Wiener U-Bahn-Bau die weltweit angewendete „Neue Österreichische Tunnelbaumethode“ zum Einsatz.

Aufgrund der extremen geologischen Bedingungen (lockere Bodenstruktur mit Schotter und viel Wasser) beim Bau der U1-Verlängerung von Kagran nach Leopoldau musste nun aber der „Wiener Maulwurf“ nach 26 Jahren wieder aktiviert werden. Die neue Schildmaschine ist ein hochmodernes 45 Meter langes High-Tech-Gerät, hat 7 Meter Durchmesser und ein Gesamtgewicht von 500 Tonnen. Sie ist seit 28. Mai im Einsatz. Pro Tag werden etwa 12 Meter der neuen Tunnelstrecke mitten durch das Grundwasser aufgefahren.

Der Streckenabschnitt in geschlossener Bauweise besteht aus zwei eingleisigen Tunnelröhren mit jeweils 420 Meter Länge und liegt zwischen der Andreas-Huger-Gasse und dem Kagraner Platz. Die Kirche St. Georg am St.-Wendelin-Platz wird dabei direkt unterfahren.

Die Linie U1 verkehrt derzeit zwischen Reumannplatz und Kagran und hat
14 Stationen. Nun wird sie bis an den nördlichen Stadtrand verlängert. Seit Herbst 2001 wird an der 4,6 Kilometer langen Verlängerungsstrecke gebaut. Im September 2006 wird das neue Teilstück mit den fünf zusätzlichen Stationen Kagraner Platz, Rennbahnweg, Aderklaaer Straße, Großfeldsiedlung und Leopoldau in Betrieb gehen.