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Kunst
im Foyer:
Hermann Härtel

Nur
Fliegen ist schöner! Wenn Hermann Härtel zeichnet, malt, gestaltet,
so erschließt sich die Bedeutung dieser partikulären Tätigkeit,
auch wenn sie auf die Herstellung eines autonomen Kunstwerkes gerichtet
ist, nicht zur Gänze aus diesem Kunstwerk, sondern stets nur aus
der Bezugnahme auf die übergeordnete Strategie, die Hermann Härtel
verfolgt.
Diese Strategie lässt sich als eine Recherche beschreiben. Der Fall,
an dem sie entwickelt wird, ist das künstlerische Individuum. Die
exemplarische Abwicklung erfolgt am Beispiel der Person, die Hermann Härtel
am besten kennt an sich selbst. Als Instrument dieser Recherche
dient ihm die Aeronautik.
Die Methode ist die Apperzeption, ihr Bezugssystem literarisch. Aus dem
Modellcharakter, den der Mensch dem Fliegen gegeben hat, seitdem er es
den Vögeln am Himmel gleichtun will, resultiert der Modellcharakter
der Recherche. Zugrunde liegt diesem Modellcharakter des Fliegens die
Feststellung eines Nicht-Könnens als kultureller Mangel, der individuell
interpretierbar ist.
Real ist die Sehnsucht, fliegen zu können, entweder durch einen gesellschaftlich
hohen Einsatz von technischem Wissen und materiellen Ressourcen zu befriedigen
oder durch einen individuell riskanten Einsatz des eigenen Körpers.
Seine Recherchen führen Hermann Härtel zu den Schnittflächen
und Bruchstellen zwischen diesen verschiedenen Ebenen einer kulturellen
Phänomenologie. Zu ihrer Beschreibung zieht er weitere Kulturtechniken
heran: die Landvermessung für die räumliche, die Rekonstruktion
von Erinnerungen anhand scheinbar nebensächlicher Wegwerfprodukte
für die zeitliche Dimension.
Ausstellung von 19. November 2003 bis 18. Jänner 2004, täglich
von 9 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt im Foyer der Fernwärme Wien,
9, Spittelauer Lände 45, U4 und U6 (Station Spittelau).
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