Nr. 164/2003

GESICHERTE STROMVERSORGUNG:
Neue Hochspannungsleitung aus dem Norden
Wien erhält vom Norden kommend eine neue Hochspannungsleitung. Wienstrom baut die 380-kV-Nordeinspeisung. Sie wird die Bundeshauptstadt und die angrenzenden niederösterreichischen Gebiete versorgen. Im Jahr 2005 geht die leistungsstarke Stromleitung in Betrieb.



Die Masten erhalten ein stabiles Fundament.

Für die Österreicherinnen und Österreicher steht eine gesicherte Stromversorgung an erster Stelle – noch vor einem niedrigen Preis. Das zeigt eine jüngste Studie, die der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs in Auftrag gegeben hat. Wienstrom und die Stadt Wien haben dieses Grundbedürfnis und den stetig steigenden Strombedarf schon in den 90er-Jahren erkannt und die Hochspannungsleitung geplant.

Hochspannungsleitung für den derzeitigen Stromverbrauch nötig
Die Ende des Jahres 2005 in Betrieb gehende 380-kV-Nordeinspeisung wird die Stromversorgung im Gebiet von Wienstrom, das sich in weite Teile Niederösterreichs erstreckt, verbessern. Besonders im Winter erreicht der Verbrauch Spitzenwerte. Die Leitung hilft, den jährlich zwischen zwei und vier Prozent steigenden Elektrizitätsbedarf des Ballungsgebiets zu decken.

Die Versorgungssicherheit im Wiener Raum basiert auf dem intelligenten Mix aus eigener Produktion, Zulieferung von Strom und gezielter Abschaltungen im Krisenfall. Die bereits in den 80er-Jahren in Betrieb gegangene 380-kV-Südeinspeisung und die eigenen Kraftwerke bilden die Säulen der derzeitigen Stromversorgung.

Die Hochspannungsleitung aus dem Norden stellt ein weiteres Standbein dar. Die beiden Einspeisungen aus dem Norden und Süden werden nicht miteinander verbunden. Ein Stromtransit, also die Durchleitung erheblicher Strommengen, ist daher nicht möglich.



Den Aufbau der Masten übernehmen Spezialisten.

So verläuft die Leitung
Vom Umspannwerk Bisamberg verläuft die neue Leitung über etwa 14,1 km Länge bis zum Umspannwerk Nord. Von der Gesamtlänge sind rund 5,2 km verkabelt, d. h. die Kabel sind unter der Erde verlegt und keine Leitung ist zu sehen. Dieser Teil liegt in den verbauten Gebieten im 21. Bezirk.

Die Freileitung mit Masten und Seilen beginnt bei der Dr.-Nekowitsch-Straße. Auf dieser Strecke ersetzt die neue Hochspannungsleitung über einige Kilometer die bisherige 110-kV-Leitung. Klug geplant, nimmt die neue Leitung den kürzesten Weg durch das besonders sensible Naturschutzgebiet, in dem zehn Masten der alten Leitung demontiert werden.

Insgesamt fallen durch den Neubau 21 Masten weg. Als weiterer Bonus kann mit der 380-kV-Nordeinspeisung das 13-fache an elektrischer Energie gegenüber der bisherigen 110-kV-Leitung transportiert werden.



Die Leitung verläuft vom Umspannwerk Bisamberg nach Wien.

Zufriedenstellende Vereinbarungen für alle
Die Planung des Großprojekts reicht in den Beginn der 90er-Jahre zurück. Bei dieser hat Wienstrom alle zuständigen Behörden und betroffenen Personen frühzeitig einbezogen. Die Abstimmung der Bauarbeiten mit den Anrainern und Parteien brachte für alle zufriedenstellende Lösungen.

Vor allem der Bezirksvorsteher des 21. Wiener Gemeindebezirks und die Bürgermeister von Hagenbrunn, Gerasdorf, Königsbrunn, Flandorf, Enzersfeld und Stetten haben mit Wienstrom weitblickende Vereinbarungen getroffen, um das gemeinnützige Projekt zu verwirklichen.

Die neue Hochspannungsleitung ist zur Deckung des heutigen Strombedarfs im Wiener Raum unerlässlich. Damit Wienstrom genügend Elektrizität für den ständig steigenden Stromverbrauch der wachsenden Metropole liefern kann, muss bereits heute Zeit und Geld investiert werden. Denn die Planung und der Bau von Kraftwerken oder Hochspannungsleitungen benötigen Jahre.