Nr. 168/2004

NIEDERFLURFLOTTE WIRD VERGRÖSSERT:
150 neue ULF für Wien
Zehntausende Fahrgäste der Wiener Linien haben mittlerweile den Komfort der Niederflurstraßenbahn ULF – mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe von 19 Zentimetern – schätzen gelernt. 130 derartige Fahrzeuge sind bereits im Wiener Straßenbahnnetz im Einsatz. Bis Ende 2005 werden es 150 sein. Nun haben die Wiener Linien an das Konsortium Siemens-Elin den Auftrag über weitere 150 ULF vergeben. Die ersten Fahrzeuge der neuen ULF-Generation werden 2006 geliefert.

Der Vertrag wurde am 15. Juni unterzeichnet. Der Auftragswert beläuft sich auf rund 357 Millionen Euro. Siemens hatte 1997 den ersten Auftrag zur Lieferung von 150 ULF erhalten. Nach mehr als 13 Millionen gefahrenen Kilometern in Wien hat sich die Niederflur-Straßenbahn bei den Fahrgästen viele Sympathien erworben.

Mit 19 cm Einstiegshöhe bietet der ULF (Ultra Low Floor) das weltweit niedrigste und bequemste Einstiegsniveau. Bei Stationen mit Haltestelleninseln oder vorgezogenen Gehsteigen müssen die Fahrgäste nicht einmal mehr eine einzige Stufe überwinden. Ein Vorteil, den nicht nur behinderte Fahrgäste, sondern vor allem auch ältere Menschen und Eltern mit Kinderwagen ganz besonders zu schätzen wissen.



Erreicht wird diese Höhe durch ein neuartiges Konstruktionsprinzip, bei dem herkömmliche Achsen nicht mehr notwendig sind. Die vertikal eingebauten Elektromotoren treiben jedes Rad einzeln an und sind nicht unter der Bodenplatte, sondern hinter den Seitenverkleidungen eingebaut.



Nach der Vertragsunterzeichnung (v. l. n. r.): Dipl.-Ing. Albert Hochleitner
(Generaldirektor der Siemens AG Österreich), Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder,
Dr. Stefan Hase (Vorstandsdirektor der VA Tech Elin EBG) und
der Geschäftsführer der Wiener Linien, Dipl.-Ing. Günter Steinbauer.

ULF derzeit auf neun Linien unterwegs
Nach ausgiebigen Tests mit zwei Prototypen konnten im Frühjahr 1998 die ersten Serienfahrzeuge in Betrieb genommen werden. Sie wurden zunächst auf den Linien 65 und 67 eingesetzt, später auch auf der Linie 6. Seit Dezember 2000 sind die Niederflurfahrzeuge auch auf der Linie 31 zwischen Schottenring und Stammersdorf unterwegs.

2001 wurden in der Remise Ottakring die Voraussetzungen für den ULF-Betrieb auf den Linien 46 und J geschaffen. Auf der Linie 71 ist ULF seit Ende Oktober 2002 unterwegs. Seit Ende November 2002 fährt ULF auf der Linie 43 und seit März 2003 am 44er.

Noch im Herbst dieses Jahres werden auch die Fahrgäste der Linie 26 in den Genuss des Niederflurkomforts kommen.

Der neue ULF bekommt Klimaanlage
Die ersten Fahrzeuge der neuen ULF-Generation können 2006 an die Wiener Linien ausgeliefert werden. Ab 2007 sollen es jährlich dann rund 25 Neufahrzeuge werden. Bis 2012 werden alle 150 Stück der neuen ULF-Generation „auf Schiene“ sein. Die Wiener Linien werden dann über 300 Niederflurstraßenbahnen verfügen.

Der Kauf weiterer ULF-Straßenbahnen entspricht dem Wunsch der Kunden nach maximalem Einstiegskomfort. Der neue ULF behält das bisherige Grundkonzept bei. Die niedrige Einstiegshöhe von 19 Zentimeter, die maximalen Türbreiten, die hohe Reisegeschwindigkeit, die moderne Antriebstechnik und das Porsche-Design.

Neu ist die Klimatisierung, die den neuen ULF noch komfortabler macht. Außerdem konnten die Kosten für Investition und Wartung reduziert werden. Mit dieser Konzeption konnte sich das Konsortium Siemens-Elin gegenüber allen anderen Anbietern durchsetzen.