DER U-BAHN-AUSBAU GEHT WEITER:
Tunnelvortrieb unter dem Praterstern
Die Arbeiten an der U2-Verlängerung liegen voll im Plan. Die neue U2 wird schon ab 10. Mai 2008 das ist rund ein Monat vor dem Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft in Wien bis zum Stadion fahren. Nur ein Jahr später folgt dann die Eröffnung der Stationen bis in den 22. Bezirk nach Aspern.

Anfang Oktober haben die Wiener Linien beim Praterstern mit dem unterirdischen Tunnelvortrieb begonnen. Der neue, rund 600 Meter lange Streckenabschnitt erstreckt sich vom Praterstern bis in die Ausstellungsstraße und ist Teil des vier Kilometer langen U2-Teilstücks zwischen Schottenring und Ernst-Happel-Stadion.
17 Meter unter der Erde
Der Bauabschnitt U2/3 beginnt im stadteinwärts gerichteten Bereich des Pratersterns auf Höhe der Ausfahrt Nordbahnstraße unter der zu unterquerenden U1-Trasse. Die beiden ca.
95 Meter langen eingleisigen Streckentunnelröhren vor der Station Praterstern unterqueren nicht nur die U1-Trasse, sondern auch den ÖBB-Bahnhof Wien Nord.
Die Station Praterstern mit einer Länge von etwa 159 Meter liegt östlich des ÖBB-Bahnhofes Wien Nord in 3-facher Tieflage und erstreckt sich vom ehemaligen Parkplatz bis in die Grünfläche der Venediger Au.
Das Stationsgebäude es liegt etwa 17 Meter unter dem Straßenniveau wird zur Gänze in offener Bauweise errichtet. Vom Bahnsteigende führen drei Aufzüge zu einem neuen, unter dem Niveau liegenden Passagengeschoß sowie auch an die Oberfläche. Zusätzlich gelangt man vom Mittelbahnsteig über Stiegenanlagen und drei Rolltreppen ebenfalls in das Passagengeschoß.
Durch eine Halle, die östlich des ÖBB-Bahnhofes Wien Nord errichtet wird, kommt man zu den U-Bahn-Linien U1 und U2 sowie zur S-Bahn. Der Aufgang am Praterstern bildet in Zukunft eine Einheit mit dem von der ÖBB neu gestalteten Bahnhof Wien Nord und ist gleichzeitig Schnittpunkt und Umsteigeknoten zur Linie U1 bzw. zu den S-Bahn-Linien der ÖBB. Der transparente Stahlbau beherbergt neben den Aufstiegshilfen einige Betriebsräume sowie infrastrukturelle Einrichtungen.

Vizebürgermeisterin Grete Laska, Tunnelpatin des Praterstern-Tunnels
(Grete-Stollen), und Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder
freuen sich über den Baufortschritt.
Tageslicht auf dem Bahnsteig
Am Stationsende führen ein Aufzug und eine Treppe in einem Sicherheitsstiegenhaus zur Grünfläche der Venediger Au. In das Stationsgebäude integriert ist eine etwa 60 Quadratmeter große Öffnung in der Tunneldecke, die Tageslicht direkt auf den Bahnsteig und in das Stiegenhaus bringt.
Von diesem Bahnsteigende aus werden die Streckentunnelröhren mit einer Länge von ca. 348 Meter, die in einem weit gezogenen Linksbogen die Venediger Au und die Ausstellungsstraße unterqueren, in bergmännischer Bauweise angefahren.
Dieser Streckenabschnitt erreicht kurz nach der Einmündung der Wolfgang-Schmälzl-Gasse die Parallellage zur Ausstellungsstraße und die Bauabschnittsgrenze zur Station Messe.
Die Tunnelröhren des aktuellen Bauabschnitts werden nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode hergestellt.
Dabei bauen große Tunnelbagger den Boden Schritt für Schritt ab. Der Tunnel wird sofort mit Spritzbeton, Gitterträgern und Baustahlgittern gesichert. Die Betonschale ist zwischen 20 und 30 Zentimeter dick. Danach wird eine 40 Zentimeter starke Innenschale aus wasserdichtem Beton eingesetzt.

So wird der U2-Bahnsteig Praterstern aussehen.
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