Nr. 171/2004

NACHHALTIGKEIT – DENKEN UND ARBEITEN FÜR GENERATIONEN:
Kunst im Untergrund aufgetaucht
Unter den 245 Millionenstädten der Welt gehört Wien unbestritten zu den ganz großen Kulturmetropolen. Das belegen weltweit einzigartige Museen, Theater, Musik- und Kulturveranstaltungen, aber auch die Wiener U-Bahn.

Die Wiener Linien sind der größte Mobilitätsdienstleister Österreichs und einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren und Arbeitgeber Wiens. Insofern haben sie einen kommunalpolitischen Auftrag, den sie auch bei der Gestaltung der U-Bahn-Stationen wahrgenommen haben. Als einer der stärksten Impulsgeber für „Kunst im öffentlichen Raum“ haben sie sich somit in den Kultur- und Sozialprozess Wiens eingebracht.

Nachdem man seit Beginn der Bauarbeiten immer wieder auf archäologische Funde gestoßen war, wurde in der zweiten Ausbaustufe auf den Linien U3 und U6 bereits ein eigener U-Bahn-Archäologe beschäftigt. Dadurch konnten „kulturell“ bedingte Bauverzögerungen minimiert und die archäologisch interessantesten Objekte in die jeweiligen Stationen integriert werden.



Mit Kunst in der U-Bahn geben die Wiener Linien den Wienerinnen und Wienern
Mobilität und Identität: Adolf Frohners Kunstwand direkt unter dem Europaplatz
(U-Bahn-Station Westbahnhof) zeigt – in ca. 55 Schritten –
einen Weg durch die Entwicklung Europas.

Zeitreisen mit der U-Bahn
Die Linien U2 und U3 stechen diesbezüglich besonders hervor. Neben unzähligen historischen Artefakten (Virgilkapelle am Stephansplatz, alte Stadtmauer am Stubentor, Renaissance am Schwedenplatz, Römerzeit in der Rochusgasse u. v. m.) wurde mit einer Reihe zeitgenössischer Kunstwerke ein spannender Gegenpol geschaffen, der sich mit der Zeit, der Gesellschaft und der Mobilität des 21. Jahrhunderts auseinandersetzt.

Dazu gehören die Keramikwände von Peter Atanasov (Erdberg), das Permanent-Graffiti von Oswald Oberhuber sowie Kurt Hofstetters „Planet der Pendler mit den drei Zeitmonden“ (Landstraße), das Mosaik-Glasfries von Anton Lehmden (Station Volkstheater), die Kunstwand von Adolf Frohner (Westbahnhof), die „Kunst der Technik“ und ein Werk des Video-Installationskünstlers Nam June Paik (Schweglerstraße), die interaktive Medienskulptur „U-Turn“, eine 180 m2 große Graffiti-Wand von Margot Pilz (Ottakring) sowie „Kid´s Kunst“, eine vier Meter hohe Emailwand mit den zwanzig besten Arbeiten (von rund 1.300 Mädchen und Buben) zum Thema „Mobilität im kommenden Jahrtausend“ (Zippererstraße).

Kultur als gemeinsamer Nenner
Zusammen mit den innovativen, teils von den Wiener Linien mitentwickelten Verkehrstechnologien wurde die Wiener U-Bahn so zu einer Art Gesamtkunstwerk verdichtet, das den Bogen von der Antike bis in die Zukunft spannt und das eine Million Wiener täglich wie nachhaltig mit ihrer Kultur konfrontiert. Und das zu einer Generationen überspannenden Identitätsbildung beiträgt, die sich im zusammenwachsenden Europa über nationale Klammern hinaus behauptet. In ihrer kulturellen Einheit, in Geist, Humanität, Witz, Skepsis, Kritik- und Leistungsfähigkeit.

Die Broschüre zum Thema „Nachhaltigkeit“
Diese Broschüre bietet einen Auszug aus den vielen in die Zukunft weisenden Aktivitäten und Innovationen des Stadtwerke-Konzerns mit seinen Töchtern Wien Energie, Wiener Linien, Bestattung Wien und BMG.

Online-Bestellung bzw. PDF-Download: www.wienerstadtwerke.at
Telefonische Bestellung (gratis): 0800 555 800