Nr. 175/2005

SICHER UNTERWEGS MIT DEN WIENER LINIEN:
Bei Sicherheit die Nummer 1 in Europa
Beim Thema Sicherheit liegen die Wiener Linien auf Platz 1 im europäischen Städtevergleich. Dieses ausgezeichnete Zeugnis stellten die Fahrgäste den Wiener Linien bei einer internationalen Vergleichsstudie aus, die in insgesamt neun europäischen Städten (Stockholm, Oslo, Helsinki, Kopenhagen, Barcelona, Genf, Prag, Berlin und Wien) im Frühjahr 2005 durchgeführt wurde.

Das hervorragende Abschneiden der Wiener Linien bei diesem Städtevergleich lässt sich auch anhand einer Reihe von objektiv messbaren Kriterien bestätigen. So zeigen die Daten der Wiener Polizei, dass die Anzahl der im Jahr 2004 insgesamt angezeigten Straftaten, die in der Wiener U-Bahn begangen wurden, im Vergleich zum Jahr 2003 um mehr als 37 Prozent gesunken ist.

Und auch in verkehrstechnischer Hinsicht erbringen die Wiener Linien eine Spitzenleistung. Rund 59,5 Millionen Kilometer waren die Wiener U-Bahn-Züge im Jahr 2004 unterwegs und haben ca. 440 Millionen Fahrgäste befördert. Kein einziges Mal ist es dabei zu einem betriebs- oder sicherheitstechnisch bedingten Unfall gekommen, bei dem Fahrgäste getötet oder schwer verletzt wurden.

Hohe Sicherheitsstandards
Dass die Wiener Linien in den Bereichen Sicherheit und Sicherheitsempfinden zu den besten Verkehrsbetrieben in Europa zählen, ist das Ergebnis der kontinuierlichen Verbesserung und Weiterentwicklung der hohen Sicherheitsstandards für das rollende Material genauso wie bei den baulichen und betrieblichen Einrichtungen.

Alle Stationen sind mit Brandmeldern ausgestattet. Bei der Wahl der Stoffe und Materialien für Stationen und Fahrzeuge wird auf höchste Sicherheit geachtet. Alle U-Bahn-Tunnelabschnitte sind außerdem mit Trockenlöschleitungen versorgt, damit im Brandfalle rasch eingegriffen werden kann. Die Ent- und Belüftung der Tunnel ist so konzipiert, dass keine Gefahr für Fahrgäste besteht. Um die Gefahr von Kleinstbränden einzudämmen, gilt seit 1990 Rauchverbot im gesamten U-Bahn-Bereich.

Notbrems-Überbrückung
In einem Notfall ist es das oberste Ziel, die U-Bahn-Garnitur in die nächste Station zu bringen. Denn die Rettungsmaßnahmen sind von dort erheblich leichter, schneller und effizienter durchzuführen als im Tunnel. Dazu haben die Wiener Linien als erstes öffentliches Verkehrsunternehmen eine so genannte Notbrems-Überbrückung eingebaut. Sie sorgt dafür, dass die Notbremse nur dann wirksam ist, solange sich der Zug im Bahnsteigbereich befindet.

Ist der Zug im Tunnel und ein Fahrgast zieht die Notbremse, so wird zwar eine Sprechverbindung zum Fahrer aufgebaut, die Notbremsung aber nicht eingeleitet. Diese Maßnahme wurde aus der Überlegung heraus gesetzt, dass ein Fahrgast außerhalb des Bahnsteigbereiches eigentlich keine Gefahr dadurch abwenden kann, indem er den Zug per Notbremse stoppt.

Breite Tunnel
Die Tunnel im Wiener U-Bahn-System sind – anders als etwa in London – mit durchgehenden Fluchtwegen entlang der Geleise ausgestattet. So können die Fahrgäste im Notfall zu Fuß relativ sicher zur nächsten Station gelangen. Auch eine Bergung von Verletzten ist so nicht nur über Heck und Front des Zuges, sondern auch von der Seite her möglich.

Ist der Abstand zwischen zwei Stationen länger als 600 Meter, führen zusätzlich Notausgänge aus dem Tunnel. Das Evakuieren von Fahrgästen aus dem Tunnel ist übrigens ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung der U-Bahn-Fahrer.
Videoüberwachung

Für die Videoüberwachung inklusive Aufzeichnung der Bilder in den U-Bahn-Zügen und den Straßenbahngarnituren starteten die Wiener Linien am 6. August einen einjährigen Testbetrieb.
Der Prototyp des neuen U-Bahn-Wagens (V-Wagen), ein Doppeltriebwagen eines herkömmlichen „Silberpfeils“ sowie zwei Straßenbahn-Beiwagen wurden mit Kameras ausgestattet. Die Daten bleiben 48 Stunden abrufbar.

U-Bahn-Aufsicht
Täglich sind rund 60 Mitarbeiter/-innen der mobilen „U-Bahn-Aufsicht“ in drei Arbeitsschichten in den Stationen und den U-Bahn-Zügen unterwegs. Insgesamt ist die Truppe 280 Personen stark. Sie ist an den reflektierenden, signalgelben Gilets für die Fahrgäste sofort erkennbar. Ihre Präsenz sorgt nicht nur aus psychologischer Sicht für mehr Sicherheit.

Die U-Bahn-Aufsicht ist für die Fahrgäste die erste Anlaufstelle, falls Hilfe gebraucht wird. Über Funk sind die Mitarbeiter/-innen der U-Bahn-Aufsicht mit der Leitstelle verbunden, können sofort alle notwendigen Schritte einleiten und, falls notwendig, zusätzliche Einsatzkräfte wie Polizei und Rettung alarmieren.