Nr. 182/2006

Erinnerungsdiamanten:
Eine außergewöhnliche Art des Gedenkens
Erinnerungsdiamanten sind weiß bis bläulich. Es gibt sie in mehreren Größen – von 0,4 bis 1 Karat. Sie entsprechen in der Natur vorkommenden Edelsteinen, bestehen aber zu 100 Prozent aus Kremationsasche. Die Umwandlung erfolgt in einem mehrmonatigen Prozess unter hohem Druck und bei hoher Temperatur.

Die Diamantbestattung wurde vom Schweizer Unternehmen Algordanza entwickelt. Ein Erinnerungsdiamant besteht aus der Asche eines Verstorbenen und entsteht in einem Zeitraum von etwa drei Monaten.

Dabei wird der in der Asche enthaltene Kohlenstoff in Kristalle umgewandelt. Spezielle Maschinen stellen die Gegebenheiten im Erdinneren nach.

Individueller Herstellungsprozess
Der Erinnerungsdiamant weist dieselben optischen, chemischen und physikalischen Eigenschaften wie ein aus der Erde geschürfter Diamant auf. Die chemische Struktur der Asche jedes Menschen ist individuell.

Von diesem „chemischen Fingerabdruck“ hängt ab, wie der Fertigungsprozess des Diamanten gesteuert wird. Die Größe der Edelsteine hängt nicht von der Menge der verwendeten Asche, sondern von der Dauer des Wachstums ab.

Ein Juwel von Mensch
Für einen Erinnerungsdiamanten ist etwa ein halbes Kilo Asche nötig. Die gesamte Asche (etwa 2,5 Kilo) wird von der Bestattung Wien in die Schweiz überführt. Der nicht zu einem Diamanten transformierte Teil wird der Bestattung Wien zur Beisetzung retourniert.

Erinnerungsdiamanten können geschliffen als Schmuckstück getragen oder an einem dafür bestimmten Ort platziert werden. Die Preise bewegen sich zwischen 4.680 und 13.440 Euro.