Nr. 183/2007

STATION BRANDING EROBERT DEN ÖFFENTLICHEN RAUM:
Eine U-Bahn-Station als Markenwelt
Durch die Karlsplatz-Passage flanieren und eine Erlebnislandschaft kennen lernen: Die Wandpaneele sind teilweise verkleidet, helles Licht erleuchtet die Gänge, die Säulen sind ummantelt, Produkte werden aus allen Perspektiven und von ihren schönsten Seiten präsentiert. Werbung, die animiert, in Erinnerung bleibt und gleichzeitig auch eine abwechslungsreiche Dekoration der U-Bahn-Passage darstellt – von den Eingangstreppen bis zum Ausgang.



Station Branding heißt diese Form der Komplettgestaltung von öffentlichen Räumen in der Marketing- und Werbesprache. Gemeint ist damit, dass eine gesamte U-Bahn-Station für eine gewisse Zeit – in der Regel vier Wochen – in eine Erlebniswelt und Atmosphäre einer bestimmten Marke oder eines Produkts umgewandelt wird.

Eine Europapremiere
Entwickelt wurde die Idee von der GEWISTA in Zusammenarbeit mit den Wiener Linien. „Station Branding in Wien ist gleichzeitig eine Europapremiere. Diese Form der Werbung gibt es europaweit nirgends“, so Kommerzialrat Karl Javurek, Generaldirektor der GEWISTA, der die Werbewirtschaft von dieser neuen Möglichkeit überzeugen konnte.



Die Vorteile sind vielschichtig. Passanten treffen auf durchgestylte und abwechslungsreiche Werbe- und Erlebnislandschaften, die nicht störend, sondern einladend wirken. Die Stationen werden durch Lichtspiele zudem attraktiver.

Die ersten Reaktionen der Fahrgäste waren daher mehr als positiv. Sie mögen diese Kommunikation. Es gibt kaum Ablehnung, mehr als 90 Prozent gefällt diese neue Form der Werbung.

Auch die für die werbetreibende Wirtschaft wichtige Werbeerinnerung ist deutlich höher als bei normalen Werbekampagnen.

Zufrieden zeigte sich auch der Premierenkunde Sony Ericsson. „Derartige Frequenzen wie am Karlsplatz erreicht man sonst kaum. Wir treffen dazu exakt unsere mobile, vorwiegend jugendliche Zielgruppe. Die Aktion hat sich voll ausgezahlt. Wir werden das nächste Mal, wenn wir ein neues Produkt bewerben wollen, sicherlich das Station Branding miteinbeziehen, auch in Kombination mit anderen Außenwerbemedien“, so Mag. Elisabeth Mayrhofer-Grünbühel von Sony Ericsson.

Fortsetzung folgt
Bei den Wiener Linien ist man ebenfalls zufrieden. „Natürlich müssen und werden wir uns im Sinne der Fahrgäste streng an Sicherheitsauflagen halten und bestimmte Richtlinien einhalten, schließlich haben wir Verantwortung für unsere Kunden“, meint Dr. Michael Lichtenegger, Geschäftsführer der Wiener Linien.

„Wir haben dieses erste Projekt intensiv vorbereitet und ausgewertet. Die Akzeptanz bei den Kunden spricht für sich. Wir sondieren derzeit die Möglichkeiten für eine Fortsetzung. Stolz sind wir jedenfalls, dass die Wiener Linien wieder einmal Vorreiter in Europa sind.“