KUNSTINSTALLATION, HELLER MARMOR UND BARRIEREFREIER ZUGANG:
Westpassage am Karlsplatz neu gestaltet
Die vom kanadischen Künstler Ken Lum gestaltete Westpassage am Karlsplatz wurde am Freitag, dem 1. Dezember 2006, ihrer Bestimmung übergeben.

Moderne Architektur und moderne Kunst in der neuen Westpassage Karlsplatz
Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2005, nachdem der zwischenzeitlich verstorbene Architekt Kurt Schlauss 2004 gemeinsam mit dem Beirat für Kunst im öffentlichen Raum Wien einen internationalen Gestaltungswettbewerb initiiert hatte.

Medieninstallation „Pi“
Den Wettbewerb zur Gestaltung der Passage konnte der kanadische Künstler Ken Lum für sich entscheiden. Ken Lums Medieninstallation „Pi“ besteht aus hinter geätztem, verspiegeltem Glas angebrachten LED-Ziffern, die ständig aktualisierte statistische Daten wiedergeben.
Die Bandbreite der Daten reicht von witzigen Themen (Verzehrte Schnitzel in Wien seit 1. Jänner) bis hin zu sehr nachdenklich stimmenden Inhalten (Landminenopfer seit Jahresbeginn).
Mit der aufwändigen Errechnung und Einspielung der Daten wurde das SORA-Institut (Institut für Research and Analysis) betraut. Am Beginn der Abzweigung des neu errichteten Gangs zur Secession gibt eine Raumvitrine den typischen Eindruck eines Bibliothekstisches wieder. In dieser Vitrine präsentiert Ken Lum aktuelle Standardwerke zur Berechnung statistischer und demografischer Werte.
„Mit Projekten wie diesem zeigen die Wiener Linien, dass sie ihr Publikum nicht nur zur Kunst bringen, sondern auch die Kunst zum Publikum“, kommentierte Wiener Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer die Umsetzung des neuen Kunstprojekts bei der Eröffnung der Passage.

Der neu errichtete Zugang vor der Secession
Verbesserungen für die Fahrgäste
Das Kunstwerk ist das auffälligste und am stärksten in Erinnerung bleibende Ergebnis des Umbaus.
Die Verbesserungen für die Fahrgäste stechen nicht sofort ins Auge, die vorgenommenen baulichen Änderungen sind aber nicht minder beeindruckend:
Die Ausgestaltung und die Zugänglichkeit der Westpassage wurden enorm verbessert.
Nunmehr dominieren heller Marmor und eine sehr helle Beleuchtung die Passage, die um
65 Meter unter der Friedrichstraße hindurch verlängert wurde und nun insgesamt 180 Meter lang ist.
Die Fahrgäste finden direkt vor der Secession einen neuen Zugang vor, wodurch die Linien U1, U2 und U4 vom Theater an der Wien oder vom Naschmarkt kommend vor Unwetter und dem Straßenverkehr geschützt erreicht werden können.

Der neue Lift vor der Secession
An der Ecke Getreidemarkt/Friedrichstraße befördert ein neu gebauter Lift die Fahrgäste auf Wunsch barrierefrei in die Passage zum Karlsplatz.
Die Umbauten der Westpassage Karlsplatz wurden vorausschauend auf die für das Jahr 2008 geplante Verlängerung der U2 vorgenommen. Die Verlängerung wird der U2 ein höheres Fahrgastaufkommen bringen, und viele dieser Fahrgäste werden zusätzlich den Umsteigeknoten Karlsplatz nützen.
Ein Gang durch die Westpassage hat seit dem Umbau nicht nur einen praktischen Nutzen, durch die Spiegel an der Wand nimmt man selbst aktiv an Ken Lums Kunstprojekt teil.
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