DIE BESTATTUNG WIEN FEIERT IHR 100-JÄHRIGES JUBILÄUM:
Dienstleister seit einem Jahrhundert
Heute unterstützen speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bestattung Wien in 13 Servicestellen mit Rat und Hilfe im Trauerfall. Bei der Gründung des Unternehmens 1907 standen dafür 21 Filialen und noch viel mehr Anmeldestellen zur Verfügung.

Von ihren Vorgängerunternehmen, der „Entreprise des Pompes Funèbres“ und der „Concordia“, übernahm die 1907 als „Gemeinde Wien – Städtische Leichenbestattung“ gegründete Bestattung Wien unter anderem das Filialnetz mit 21 Stellen und Dutzenden Anmeldestellen. Auch in der „Zentrale“ der Bestattung Wien im 4. Bezirk, Goldeggasse 19, konnten und können Wienerinnen und Wiener beim Tod eines Angehörigen ein Begräbnis in Auftrag geben.

In den 60er-Jahren wurden die Schreibtische der „Aufnahmebeamten“ durch
Glaswände voneinander getrennt. Jetzt stehen für Beratungsgespräche
einzelne Räume zur Verfügung.
Filiale an der Adria
In den ersten Jahren bestand sogar eine Zweigstelle in Abbazia, dem heutigen Opatija, in Kroatien. Denn das Adria-Heilbad war Treffpunkt von Adel, reichem Bürgertum und Künstlern und auch bei begüterten Wienerinnen und Wienern sehr beliebt.
Im Ersten Weltkrieg litt die heutige Bestattung Wien unter Arbeitskräftemangel. Danach wurden die Servicestellen stark verdichtet. Dabei spielte neben dem Dienst am Kunden auch der Konkurrenzgedanke eine Rolle, denn es gab noch 80 private Bestatter in Wien. Ab den 30er-Jahren erleichterten „Fernsprecher“ die Tätigkeit der „Aufnahmebeamten“.

Heute berät Erwin Heidl in der Servicestelle der Bestattung Wien im
3. Bezirk (Bild oben), in den 50er-Jahren unterstützte sein Vater (im Hintergrund
des unteren Bildes) mit Rat und Hilfe im Trauerfall.
Monopolstellung
Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Filialen beschädigt. Die Renovierung erlaubte, sie einheitlich auszustatten. Ab 1951 war die Städtische Bestattung das einzige Wiener Bestattungsunternehmen. Das Filialnetz orientierte sich an den zehn Wiener „Standesamtbezirken“.
Mitte der 50er-Jahre gab es erstmals „fachliche Schulungen“ für Mitarbeiter der Servicestellen. Und in den 60ern wurden zwischen den Schreibtischen der „Aufnahmebeamten“ Glastrennwände aufgebaut. Denn bis dahin saßen Angehörige, die bei der Städtischen Bestattung Rat und Hilfe gesucht hatten, Rücken an Rücken mit anderen Trauernden.
Frauen in der Männerdomäne
In den 90er-Jahren wurden alle Filialen gänzlich neu gestaltet. Für Beratungsgespräche stehen seit damals einzelne Räume zur Verfügung. 1999 wurde das Unternehmen in Bestattung Wien umbenannt, und der Computer zog in die Servicestellen ein. EDV-unterstützt war eine wesentlich umfassendere Beratung möglich. Ein Jahr später hatte der weiße Mantel als Dienstkleidung ausgedient.
Zur Jahrtausendwende arbeiteten erstmals auch Frauen in den Servicestellen. Vielleicht mit ein Grund, dass dem heuer 100-jährigen Traditionsunternehmen 2002 das ISO-Zertifikat für Qualitätsmanagement für das hohe Niveau des Kundendienstes verliehen wurde.
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