AUSSTELLUNG IN KOOPERATION MIT DER BESTATTUNG WIEN:
„exitus“ im Künstlerhaus
„Der Tod, der muss ein Wiener sein“: Das Künstlerhaus verknüpft in der Ausstellung „exitus. tod alltäglich“ die Geschichte der 100-jährigen Bestattung Wien mit der Wiener Alltagskultur und dem künstlerischen Zugang zu Tod, Trauer und Erinnerung.

Die Inszenierung der „schönen Leich“ mit Höhepunkten im Barock und im „Wien um 1900“ war ein Meilenstein in der Entwicklung von Bestattungswesen und Totenkult in Wien.
Die Schau, ein Kooperationsprojekt von Bestattung Wien und Künstlerhaus, zeigt Prachtkutschen und Leichenwägen, „Pompfüneberer-Uniformen“ aus mehreren Jahrhunderten und die „Post-mortem“-Fotografie: Verstorbene wurden im besten Anzug zum Fotografen gefahren und für „lebensnahe“ Aufnahmen am Sessel fixiert.

HR Giger: Skelettstuhl

Mexikanischer Totenaltar
Bestattung Wien heute
Die Ausstellung setzt sich auch mit den vielen Begriffen, die es im Wienerischen zu Tod und Sterben gibt, auseinander. Sie zeigt die Vielfalt an Serviceleistungen, die die Bestattung Wien gegenwärtig von der Bestattungsvorsorge bis zur Trauerbewältigung erbringt.
Besucher können die nicht nur psychisch, sondern auch körperlich belastende Tätigkeit von Sargträgern beim Sargheben erfahren. Die Thanatopraxie, die Konservierung von Verstorbenen für wenige Wochen, wird ebenso vorgestellt wie die wieder belebte Tradition der Totenmasken.
Zu neuen Tendenzen und Utopien der Bestattungskultur gehört etwa die Diamantbestattung, bei der die Asche Verstorbener bei hoher Temperatur und hohem Druck zu einem Edelstein geformt wird.

Gilbertson: Birth & Death

Daniel Brägs: „Kranzabgabe täglich 8 bis 16 Uhr“, 1997
Telefonengel und Sitzsarg
Der „Telefonengel“, ein Handy im Gehäuse, bestattet an der Grabstelle, erlaubt die „Direktkommunikation ins Jenseits“. Ein Unikat ist der Sitzsarg, inspiriert von einem Gemälde von René Magritte. Der Designersarg „Cocoon“ ähnelt einem knallroten Osterei. Und plüschige US-Sarkophage versprechen Hollywood-Flair bis in alle Ewigkeit.

Historischer Leichenwagen

Totenkopfgürtelschnalle
Tod und Kunst
Objekte und Relikte der Alltagskultur verbinden sich in der Ausstellung mit Kunstwerken aller Epochen und Sparten von der Malerei über die Skulptur bis zu Videoinstallationen und Musicclips.
Eine große Installation von Hermann Nitsch ist ebenso zu sehen wie Werke von Paul Renner, Robert Mapplethorpe, Anna Konik, HR Giger, Herwig Zens, Alfred Hrdlicka, Adolf Frohner, ONA B., Erwin Wurm, Hermann Nitsch, Deutschbauer/Spring, Fritz Wotruba und Herbert.
Wie fröhlich schließlich manche Kulturen dem Tod ins Antlitz sehen, zeigt ein „Totenaltar“ des zuckerlbunten mexikanischen Allerseelenfestes.
Die Ausstellung |
„exitus. tod alltäglich“
20. Oktober 2007 bis 6. Jänner 2008
Täglich 10–18 Uhr, Do. bis 21 Uhr
Künstlerhaus, Wien 1, Karlsplatz 5
www.k-haus.at |
|