DRITTE WIENER RESTMÜLLVERBRENNUNGSANLAGE PFAFFENAU:
Ein heißer Ofen für Wien
Wien vergrößert die Kapazitäten in Sachen Abfallentsorgung: Im Herbst nimmt die dritte Restmüllverbrennungsanlage der Bundeshauptstadt ihren Vollbetrieb auf.

In der neuen Anlage, die von der WKU, einer Tochtergesellschaft der Magistratsabteilung 48, errichtet wurde, werden jährlich bis zu 250.000 Tonnen Restmüll umweltgerecht in Fernwärme und Strom umgewandelt.
Im Detail beläuft sich die jährliche Produktion von Fernwärme auf etwa 410 Gigawattstunden, wodurch rund 12.000 Haushalte mit Wärme für Heizung und Warmwasser versorgt werden können. Mit der Erzeugung von 65 Gigawattstunden Strom können wiederum 5.300 Haushalte versorgt werden.
„Die Stadt investiert in derartige Hightech-Anlagen, um sicherzustellen, dass der Wiener Restmüll auch in Zukunft umweltgerecht entsorgt werden kann“, erklärt Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima die Hintergründe zum Bau der Anlage.
Darüber hinaus macht die österreichische Deponieverordnung, wonach ab 1. Jänner 2009 unbehandelter Restmüll nicht mehr deponiert werden darf, die Errichtung zusätzlicher Verbrennungskapazitäten nötig. „Außerdem beugt die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau etwaigen Stillständen in anderen Anlagen und dem prognostizierten Bevölkerungswachstum vor“, so Sima.

Wiener Tradition
42 Beschäftigte werden ab Herbst im laufenden Betrieb tätig sein. Betrieben wird die Anlage von Wien Energie Fernwärme, die bereits in den beiden thermischen Abfallbehandlungsanlagen Flötzersteig und Spittelau sowie in der Sonderabfall- und Klärschlammverbrennungsanlage Simmeringer Haide für eine umweltgerechte Entsorgung der Abfälle sorgt.
„Abfallverbrennung zur Wärmeversorgung hat in Wien eine lange Tradition, weshalb wir auch als internationales Vorbild auf diesem Gebiet gelten“, erklärt DI Dr. Philipp Krobath, Leiter des Bereichs Erzeugungsanlagen bei Wien Energie Fernwärme.

Ein heißer Ofen
Angeliefert wird der zu entsorgende Abfall täglich von den Müllfahrzeugen der MA 48, die ihren Inhalt in den rund 18.000 Kubikmeter fassenden Müllbunker kippen. Der abgeladene Mist wird dann vermischt und in die so genannten Aufgabetrichter der beiden Verbrennungsroste eingebracht.
Bei 850 Grad Celsius werden bis zu 32 Tonnen Restmüll pro Stunde verbrannt. Mit dem dabei entstehenden Dampf wird eine Turbine betrieben, wobei die übertragene Energie durch einen Generator in Strom umgewandelt wird. Gleichzeitig wird die dabei abgeführte Wärme in das direkt angeschlossene Fernwärmenetz eingeleitet.

Umweltgerechte Entsorgung
Moderne Filteranlagen in Form einer vierstufigen Rauchgasreinigung werden für niedrige Emissionswerte in der Abluft sorgen. Der erlaubte Grenzwert bei Staub wird um rund 90 Prozent, der von Schwefeldioxid (SO2) um rund 95 Prozent unterschritten.
Die schwermetallhältigen Rückstände in den Filtern, die ca. ein Prozent des gesamten Abfallvolumens ausmachen, werden schließlich in Untertagedeponien in Deutschland endgelagert.
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