Nr. 193/2008

OHNE UMSTEIGEN DURCH DIE STADT:
Ringlinien auf neuen Wegen
Neue Durchmesserlinien ermöglichen ab 26. Oktober, die Stadt mit weniger Umsteigevorgängen zu durchqueren, und schaffen mehr direkte Verbindungen zu den U-Bahn-Linien.



Die bisherige „Nur-Ringlinie“ 1 wird als „neue Linie 1“ von Favoriten in den Prater führen.

Die Idee, den Straßenbahnverkehr auf der Wiener Ringstraße neu zu organisieren, geht auf eine Initiative des Fahrgastbeirats der Wiener Linien unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Hermann Knoflacher zurück. Das Konzept beruht darauf, Straßenbahnlinien, die bislang „nur“ von einem Stadtteil in das Zentrum geführt haben, miteinander zu verknüpfen und somit eine umsteigefreie Verbindung durch die Stadt zu ermöglichen. Gemeinsam mit den Verkehrsplanern der Wiener Linien wurden jene Linien untersucht, die sich für eine Durchbindung durch die Stadt über den Ring eignen.
Sehr schnell zeigte sich, dass in einem ersten Schritt vor allem die bisherigen Linien 1, 2, 65, J und N Verbesserungspotenzial haben. Grundlage für das Verknüpfen bisheriger Linien waren die am stärksten nachgefragten Verkehrsrelationen sowie bessere Anschlussmöglichkeiten zur U-Bahn.

Die neuen Linien im Detail
Die Linie 1: Die neue Linie 1 verkehrt vom Stefan-Fadinger-Platz im 10. Wiener Gemeindebezirk über Margareten, Wieden zum Karlsplatz (bisherige Linie 65), fährt weiter über Opernring, Burgring, Dr.-Karl-Renner-Ring, Schottenring, Franz-Josefs-Kai, Schwedenplatz (bisherige Linie 1) und weiter über den südlichen Ast der bisherigen Linie N zur Hauptallee im Prater und zurück. Damit erhält die Linie 1 im Gegensatz zur bisherigen Linie 65 einen direkten Anschluss auch an die U-Bahn-Linie U3. Für Fahrgäste aus den Bezirken Favoriten, Margareten und Wieden mit Fahrzielen am Ring oder darüber hinaus entfallen Umsteigevorgänge am Kärntner Ring.
Die starke Nachfrage der Fahrgäste der bisherigen Linie 65 zu Zielen am westlichen bzw. nördlichen Teil des Rings ist ausschlaggebend dafür, dass die neue Linie 1 über die westliche Ringroute geführt wird.



Die neue Linie 2 wird nach Ottakring und in die Leopoldstadt verlängert.

Die Linie 2: Die neue Linie 2 fährt von Ottakring/Erdbrustgasse wie die bisherige Linie J zum Parlament und weiter über den Ring zum Karlsplatz. Hier wendet die neue Linie 2 im Gegensatz zum J-Wagen aber nicht mehr, sondern fährt weiter Richtung Kai bis zum Schwedenplatz, um dort den nördlichen Ast der bisherigen Linie N bis zum Friedrich-Engels-Platz zu übernehmen.
Damit erhalten auch die Fahrgäste der bisherigen Linie N, die vom Friedrich-Engels-Platz kommen, eine direkte Umsteigemöglichkeit zur U3, und zwar bereits bei der Haltestelle Stubentor.

Die Linie D: Die Linie D bleibt vorerst gänzlich unverändert, im Laufe des Jahres 2009 wird der „D-Wagen“ zur Linie 3 umbenannt. Die Linie D ist bereits heute eine Durchmesserlinie im Sinne der neuen Linien 1 und 2 und bei den Fahrgästen äußerst beliebt.
Gemeinsam mit den Linien 1 und 2 stellt die Linie D zudem sicher, dass die Intervalle auf dem Ring gleich dicht wie vor der Umstellung bleiben.



Mit den neuen Linien durch die Stadt – und dabei weniger oft umsteigen.

Ausblick
Rund 700.000 zusätzliche Fahrgäste prognostiziert das Österreichische Institut für Raumplanung durch die neuen Durchgangslinien. Im Laufe des Jahres 2009 soll der „71er“ in das neue Ringkonzept einbezogen und über den Dr.-Karl-Renner-Ring zur Börsegasse verlängert und zur „Linie 4“ werden.
In den Infostellen der Wiener Linien und im Kundenzentrum der Wiener Linien ist ein Folder mit detaillierten Infos zum neuen Ringkonzept gratis erhältlich.