LÜCKENSCHLUSS BEIM U-BAHN-BAU:
Rohbau der U2-Verlängerung fertig gestellt
Die derzeit in Bau befindliche U2-Teilstrecke von der Station Stadion bis zur vorläufigen Endstation Aspernstraße wird ausschließlich in Hochlage errichtet. Der geplanten Betriebsaufnahme dieses Teilstücks Ende 2010 sind die Wiener Linien mit dem Abschluss der Rohbauarbeiten nun einen entscheidenden Schritt näher gekommen.

Die Verlängerungsstrecke vom Stadion zur Donaustadtbrücke: gut erkennbar
die in Hochlage geführte Strecke sowie die rege Bautätigkeit in der Umgebung der Neubaustrecke.
Weiter geht’s in Hochlage
Der Lückenschluss konnte im Oktober im Bereich Hardeggasse vollzogen werden. Dabei wurde das letzte Brückenelement in Stahlbetonbauweise errichtet, damit wurden die Brückentragwerke der östlich und westlich anschließenden Strecke durchgehend verbunden. „Hochlage“ bedeutet, dass die Gleisanlagen, auf denen die Züge verkehren, einen mehrere Meter großen Abstand zur Erdoberfläche aufweisen. In Wien ist die U6 in den Abschnitten der Gürtelbögen das wohl bekannteste Beispiel einer Strecke in Hochlage. Im Gegensatz zu U-Bahn-Strecken in Tieflage (z. B. die U3 in der Mariahilfer Straße) sind die Baukosten bei Strecken
in Hochlage aufgrund verminderter Grabungstätigkeit bedeutend geringer.
Heute werden die Tragwerke für Strecken in Hochlage aber nicht mehr in Ziegel-, sondern in Stahlbetonbauweise hergestellt. Charakteristisch für neu errichtete Strecken in Hochlage sind daher die Stützpfeiler, auf denen die ebenfalls aus Stahlbeton hergestellten Brückentragwerke ruhen.

Im Bereich der Donaustadtbrücke finden bereits die Gleisbauarbeiten statt.
Bis zu 14 Meter hoch
Im Bereich der Gemeinschaftsstation Stadlau der Wiener Linien und der ÖBB quert die U2 erst die Südosttangente und unmittelbar danach die Gleise der ÖBB. Aufgrund des notwendigen Sicherheitsabstands zur Oberleitung der ÖBB sind die U2-Stützen, die an die im Neubau befindliche Station anschließen, dort bis zu 14 Meter hoch.
In der Vergangenheit geleistete Vorarbeiten beschleunigten den Baufortschritt in einigen Bauabschnitten. Bei der vorhandenen, allerdings umzubauenden Donaustadtbrücke gingen die Arbeiten schnell voran, der Strecken-Rohbau ist dort bereits abgeschlossen. In diesem Bereich finden bereits die Gleisbauarbeiten und der Stationsausbau (Verkleidung, Verglasung etc.) statt. „Nach dem Verlegen der Gleise werden diese demnächst von Gleisstopfmaschinen millimetergenau in die richtige Lage gebracht“, so Karl Auer, Techniker des für die Donaustadtbrücke zuständigen Abschnitts.
In anderen Bauabschnitten, z. B. in der Hardeggasse, nahm die Errichtung des Rohbaus längere Zeit in Anspruch, da die Trasse komplett neu errichtet werden musste.

Ende 2010 wird die U2 bis zur Aspernstraße unterwegs sein.
Neues Leben entlang der U2-Strecke
Wenn man der im Bau befindlichen U2-Strecke folgt (z. B. mit der Autobuslinie 84A), fällt auf, wie stark die U2 als „Investitionsmotor“ wirkt. In der Umgebung der Strecke werden beeindruckende Neubauten errichtet. Die U2 wird den südlichen und östlichen Teil des 22. Wiener Gemeindebezirks erstmals an das U-Bahn-Netz anschließen, die Innenstadt und die umgebenden Bezirke werden in bedeutend kürzerer Fahrzeit erreichbar sein.
„Die Vorteile, die die U2 bringen wird, scheinen auch die Bevölkerung zu überzeugen. Trotz der Belastung mit Staub und Lärm bekommen wir von der Bevölkerung entlang der Verlängerungsstrecke durchgehend sehr positive Rückmeldungen“, so Martin Hrunek, Techniker des Abschnitts Hardeggasse.
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