NEUE GARNITUREN ERSETZEN DIE WAGEN AUS „STADTBAHN-ZEITEN“:
U6 komplett im Niederflurbetrieb
Seit Anfang Jänner 2009 sind auf der Linie U6 nur noch Niederflurgarnituren im Einsatz, die ein komfortables, bahnsteiggleiches Einstiegsniveau bieten.

Die neueste Generation der U6-Wagen nennt sich T1 und ist aus dem Stadtbild bereits nach kurzer Zeit nicht mehr wegzudenken. Ihre elegante Außenfarbgebung in Grau/Rot gleicht der Lackierung der V-Wagen und ULF-Straßenbahnen. Doch auch die inneren Qualitäten dieser von Bombardier gebauten Triebwagen beeindrucken: Die Züge bieten durchgängig einen Wagenboden in Niederflur, der einen komfortablen Einstieg ohne Höhenunterschied zum Bahnsteig ermöglicht. Die breiten Türen, bei denen keine Stufen zu überwinden sind, ermöglichen einen schnelleren Fahrgastwechsel als bei den rot-weißen Stadtbahnwagen der Type E6/c6. Der moderne Innenraum mit den charakteristischen, in Rot gehaltenen Sitzen und den gelben Griffstangen erfreut nicht nur das Auge, es herrscht im Wageninneren durch die Ausstattung mit Klimaanlage auch eine angenehme Temperatur vor. Die gelben Haltegriffe und -stangen sind durch ihre optische Signalwirkung eine große Orientierungshilfe für Fahrgäste mit eingeschränktem Sehvermögen. Der Wagenkasten der Typen T und T1 ist 2,65 m breit und übertrifft damit die ehemaligen Stadtbahnwagen um wichtige Zentimeter. Diese 38,5 cm mehr an Breite sorgen dafür, dass ein U6-Zug jetzt 776 statt zuvor 622 Fahrgäste transportieren kann.

Zahlreiche Verbesserungen
Die Grundkonzeption der 40 bis jetzt gelieferten Fahrzeuge (bis zum Sommer werden es 46 sein) geht dabei auf die erfolgreiche Type T (weiße Garnituren mit rotem Streifen) zurück. Im Gegensatz zu diesen in den 1990er-Jahren bzw. nach 2000 gelieferten Fahrzeugen verfügen die neuesten Fahrzeuge über zeitgemäße Änderungen wie das neue Innen- und Außendesign oder die Ausstattung mit Klima- und Videoüberwachungsanlage. Die Herstellung der Fahrzeuge bei Bombardier in Wien trägt zudem zur Arbeitsplatzsicherung in Wien bei.
Noch bevor die ersten Neubaufahrzeuge der Type T1 geliefert wurden, mussten die Züge umfangreiche Tests über sich ergehen lassen. Rail Tec Arsenal prüfte beispielsweise im Klima-Wind-Kanal wichtige Funktionen dieser Zugtype unter extremen Bedingungen. Auch die Klimaanlage wurde bei Extremtemperaturen von –25 bis +40 °C erfolgreich auf ihre Funktion überprüft (siehe Bild).

Vor dem Linieneinsatz wurden die neuen U6-Garnituren im Klima-Wind-Kanal
bei Rail Tec Arsenal auf Herz und Nieren geprüft.
Schneller unterwegs
Ende Mai 2008 gingen die ersten Garnituren der Type T1 in Betrieb und erfreuten gleich von Beginn an die Fahrgäste der U6. Dabei konnten die Garnituren einen ihrer Hauptvorteile bislang noch gar nicht ausspielen, da auch noch die älteren Wagen auf der U6 verkehrten. Die neuen Züge erreichen im Gegensatz zu den seit Kurzem abgestellten Garnituren eine Höchstgeschwindigkeit von 80 statt 60 km/h, die nun auf den Abschnitten Siebenhirten–Philadelphiabrücke und Spittelau–Floridsdorf auch planmäßig erreicht wird. Die Gesamtstrecke legt die U6 damit schneller zurück als bisher, und man kommt von den Außenbezirken schneller ins Zentrum und wieder zurück.
Die Vorteile der neuen Garnituren machen den Abschied von den letzten Stadtbahnwagen im Planeinsatz, die nun zum Verkauf stehen, schnell vergessen – obwohl mit dem Abstellen der letzten Stadtbahnwagen im U-Bahn-Einsatz eine Ära zu Ende ging.
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